Irland, die grüne Insel im äußersten Westen Europas, wird assoziiert mit
Guinness-trinkenden, gaelisch-sprechenden, äußerst musikalischen
Inselbewohnern, an denen der Fortschritt ein wenig vorbeigegangen ist. Aber
ebenso wenig wie dieses Stereotyp der Gegenwart Irlands gerecht wird, so
wenig darf die irische Vergangenheit als unbedeutende Randerscheinung
europäische Geschichte abgetan werden. Mehrmals in seiner langen
Kulturgeschichte gehen von Irland Entwicklungen aus, die auch im restlichen
Europa weitreichende Folgen haben. Dies gilt beispielsweise für die
Entwicklung der Bronzetechnologie, in der Irland über Jahrhunderte führend
in Europa war, die Bewahrung künstlerischer Traditionen der Kelten mit ihren
Einflüssen auf die mittelalterliche Kunst und schließlich der monastischen
Bewegung des Frühmittelalters aus der schließlich die Missionierung
Deutschlands hervorgeht. Die Zusammenhänge zwischen diesen Phänomenen werden
einen wesentlichen Teil des Kurses ausmachen. Mit diesem Kurs über zehn
Abende wird die Folge europäischer Länderarchäologien fortgesetzt. Der Kurs
richtet sich aber ausdrücklich auch an Neueinsteiger, die neben einer
faszinierenden archäologischen Landschaft auch die Fachmethodik des
Prähistorikers näher kennen lernen möchten. Eine Wochenendexkursion soll die
Inhalte des Kurses vertiefen helfen. 01.02.2006 Einführung in das Thema 08.02.2006 Mesolithikum: Frühe Besiedlung und Mount Sandel 15.02.2006 Neolithikum: Das Wunder von Newgrange 22.02.2006 Frühe Bronzezeit: Irland als Zentrum der Buntmetallverarbeitung 01.03.2006 Späte Bronzezeit: Horte und der Übergang zum Eisen 08.03.2006 Eisenzeit: Hilfe, die Kelten kommen 22.03.2006 Frühes Mittelalter: Von Crannogs und St. Patrick 29.03.2006 Frühes Mittelalter II: Und was brachten uns die Wikinger? 19.04.2006 Spätes Mittelalter: Normannen und Engländer 26.04.2006 Frühe Neuzeit bis Gegenwart: Irland oder Klein-England 03.05.2006 Ersatztermin 1 10.05.2006 Ersatztermin 2