Syrien - Schmelztiegel der Völker

Syrien, zwischen Mittelmeer, Mesopotamien und dem ägyptischen Raum  gelegen, wird seit Jahrtausenden durch den Kontakt unterschiedlichster Völker geprägt. Dadurch vollzogen sich hier Entwicklungen von großer Bedeutung, die in die Nachbarländer hineinstrahlten. Im fruchtbaren Hügelland zwischen Gebirge und Wüste entwickelte sich der früheste Ackerbau. Im Spannungsfeld zwischen anatolischen, mesopotamischen und ägyptischen Großreichen entstanden im Chalkolithikum (Stein-Kupferzeit) und der frühen Bronzezeit blühende Stadtstaaten mit durchaus eigenständigen politischen Strukturen. In der späten Bronzezeit wurden die Grundzüge monotheistischer Glaubensvorstellungen geprägt, das Alphabet entwickelt und Handelsverbindungen von China bis in den Mittelmeerraum etabliert. Seit Alexander dem Großen über die römische Epoche bis hin zur späten Blütezeit unter byzantinischer Herrschaft gehörte Syrien zum abendländischen Kulturkreis ohne seine Verbindungen zum Vorderen Orient vollständig zu verlieren. Die Entstehung des frühesten islamischen Großreiches mit Zentrum Damaskus unter den Ommayaden wird häufig als ein Bruch mit der christlichen Vergangenheit gedeutet, zeigt jedoch bei näherer Betrachtung etliche historische Kontinua. Mit dem Einbruch der Kreuzritter am Küstensaum Syriens kommt es zu einem kulturellen Rückstrom nach Europa, der - neben anderen Faktoren - für den zivilisatorischen Prozess des Spätmittelalters verantwortlich ist. Die osmanische und schließlich französische Herrschaft über eine arabische Nation führte zu weiteren kulturellen Besonderheiten des Raumes, die bis heute ihre Nachwirkungen haben. Ein Ausblick auf das heutige Syrien in seinem geopolitischen Kontext soll das Seminar beschließen. Eine Wochenendexkursion in die Berliner Museumslandschaft soll die Beschäftigung mit Originalen ermöglichen.

6 Abende und Exkursion (2 Exkursionstage)

Die Exkursion fand am 1./2.3.2003 nach Berlin statt.

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